Jannik schaut Game of Thrones – Staffel 7 (Teil 1 von 2)

Nach einer langen Wartezeit ist Game of Thrones endlich wieder da! Und wie schon im letzten Jahr sitzt unser Redaktionsmitglied Jannik jeden Montag vor dem Fernseher und wartet gespannt, was es neues gibt aus der Welt aus Eis und Feuer.

Game of Thrones bewegt sich auf das Ende zu. Bereits letztes Jahr wurden die Fans davon enttäuscht, dass die Serie insgesamt nur noch 13 Episoden haben werde, 7 in Staffel 7 und 6 in Staffel 8. Grund dafür ist das enorm hohe Budget der einzelnen Folgen: Große Schlachten mit großen Drachen kosten nunmal eine Menge Geld. Statt also wie lange vermutet die Serie mit einem Kinofilm abzuschließen, wird das Ende mit weniger Folgen, aber größerem Spektakel erzählt. Was die ersten 4 Episoden der Staffel zu beiten haben, erfahrt ihr hier.

Eine Warnung: Auf kleinere Spoiler kann leider nicht verzichtet werden. Diese sollten aber nicht den Seriengenuss mindern. Ins Eingemachte geht es dann erst in der Spoiler-Ecke am Ende.

Die Folgen 1-4 (Dragonstone, Stormborn, The Queen’s Justice, The Spoils of War)

Wie üblich dienen die ersten Folgen der Staffel als Setup. Die Konsequenzen der letzten Staffel müssen verarbeitet und neue Richtungen angestrebt werden. Doch schon hier wird deutlich, dass das Tempo angezogen wird. Wie im Schach werden die Figuren aller Kriegsparteien in Position gebracht, um gegen Ende der Staffel zu einem großen Zug auszuholen.

In den ersten vier Episoden ist es besonders spannend zu sehen, wie viele früher getrennte Handlungsstränge sich nun überschneiden. So kommt es zu vielen Begegnungen von Charakteren, die zuvor noch nie zusammen in einer Szene aufgetreten sind oder seit der ersten Staffel getrennt voneinander waren. Dies sorgt für einige schöne Charaktermomente von Lieblingscharakteren, die bisher nur getrennt voneinander agierten, nun aber erstmals miteinander oder gegeneinander spielen können. Dies gibt der bisherigen Staffel deutlich mehr Dynamik als in den letzten beiden Staffeln, die ihre Höhepunkte hatten, insgesamt aber etwas enttäuschten.

„Same procedure as every year.“ Tyrion und Varys diskutieren ihre Loyalitäten. © HBO

Dies bedeutet jedoch nicht, dass die erste Hälfte der 7. Staffel frei von Fehlern ist. Bei einer Vielzahl von Handlungsfäden und Charakteren bleiben einige unweigerlich flach. Beispielsweise geschieht bisher wenig interessantes in den Handlungsfäden von Sansa und Bran. Littlefinger scheint währenddessen ungewöhnlich wenig im Schilde zu führen, was seinen Charakter zumindest momentan recht belanglos wirken lässt.

Insgesamt scheint die 7. Staffel sich weitestgehend auf die Konflikte im Süden von Westeros zu konzentrieren, was vermuten lässt, dass der große Kampf im Norden gegen die White Walkers der Dreh- und Angelpunkt für die finale Staffel 8 sein wird. Im Süden überbieten sich die zentralen Konfliktparteien um Cersei und Daenerys von Folge zur Folge gegenseitig, was stets unterhaltsam gerät. Schade ist dabei nur, dass dabei die Geografie von Westeros weitgehend ignoriert wird und Charaktere scheinbar von A nach B teleportieren, statt Wochen unterwegs zu sein.

Cersei plant die Rückeroberung von Westeros. © HBO

Auch werden einige große Probleme voriger Staffeln überraschend einfach gelöst, was für die Episoden selbst genommen zwar gelungen ist, jedoch der Gravitas des Ereignisses, welche über mehrere Episoden oder Staffeln aufgebaut wurde, nicht gerecht wird.

Das große Highlight der bisherigen Staffel findet sich in Folge 4, The Spoils of War. Hier sehen wir unsere erste große Schlacht zwischen den Armeen der Lannisters und der Armee von Daenerys Targaryen. Hier kämpfen Lieblingscharaktere gegen Lieblingscharaktere und wir können uns nicht entscheiden, wer gewinnen soll. Wir wollen nicht, dass Bronn den Drachen tötet. Wenn er ihn jedoch nicht tötet, haben er und Jaime dann noch eine Chance? Das spricht nicht nur für ein tolles Drehbuch, sondern ist auch ein Spektakel, auf das wir seit der Geburt der Drachen am Ende von Staffel 1 sehnsüchtig erwartet haben.

Jaime und Bronn ahnen Böses. © HBO

Was nun folgt, sind zwei zentrale Plotentwicklungen, die nicht ohne Spoiler diskutiert werden können:

Spoiler-Ecke

Wichtigstes Ereignis:

Jon und Daenerys treffen endlich aufeinander, ein Ereignis, auf das wir ebenfalls mehrere Staffeln gewartet haben. Dass Daenerys Jons Tante ist, wissen beide natürlich nicht. Dementsprechend haben beide unterschiedliche Motive und geraten mehrmals aneinander. Der König des Nordens benötigt im Kampf gegen die White Walkers das Drachenglas unter Dragonstone. Daenerys of the House Targaryen, the First of Her Name, The Unburnt, Queen of the Andals, the Rhoynar and the First Men und was weiß ich nicht noch alles will Jons Loyalität und will, dass er von seinem Titel als König zurücktritt, was er jedoch nicht machen kann, da ihm dann sein eigenes Gefolge nicht mehr vertraut. Probleme über Probleme also, bei denen es spannend bleibt, wie die Autoren diese lösen.

Überraschendstes Ereignis:

Samwell Tarly studiert derzeit in der Zitadelle der Maester und hat somit Zugang zu alten Dokumenten, die Jon Snow im Kampf gegen die White Walker helfen kann. Oh, und er heilt Jorah Mormont nebenbei von seiner unheilbaren Greyscale-Infektion. Das kommt wie aus dem nichts und ist eine von mehreren Abkürzungen, mit der die Autoren Handlungsstränge schnell zum Ende bringen wollen. Gleichzeitig ist es jedoch eines der wenigen herzerwärmenden Momente in einer sonst recht bedrückenden Serie, sodass der Moment trotzdem funktioniert. Es bleibt spannend, welche Funktion Samwell und Jorah in den verbleibenden Folgen der Serie einnehmen werden.

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Die ersten vier Episoden der 7. Staffel Game of Thrones haben also viel zu bieten und machen trotz kleinerer Schwächen gespannt darauf, wie die Serie sich weiterentwickelt und schließlich zu Ende erzählt wird. Denn der Winter ist da, und das Ende rückt näher und näher.

Game of Thrones läuft jeden Montag auf Sky und kann einen Tag später auf Amazon Video geschaut werden.

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