Jannik schaut Game of Thrones – Review S06E09 Battle of the Bastards (Schlacht der Bastarde)

© HBO
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Endlich ist sie da: Wer Game of Thrones kennt, weiß, dass Episode 9 gewöhnlich der Höhepunkt der Staffel ist. „Blackwater“, „The Rains of Castamere“, „The Watchers on the Wall“… und nun „Battle of the Bastards“! Die Review ist wie immer spoilerfrei.

S6E09: Battle of the Bastards (Schlacht der Bastarde)

Inhalt: As the Starks prepare to fight, Davos loses something dear. Ramsay plays a game. Daenerys faces a choice.

Janniks spoilerfreie Rezension:

Die große Schlacht der 6. Staffel ist gekommen! In dieser Episode werden die meisten Handlungsstränge ausgeklammert. Stattdessen  konzentriert man sich auf zwei zentrale Schauplätze: Meereen und Winterfell. Beide stehen symbolisch für die Serie: Die Schlacht um Meereen ist vom Feuer geprägt und wird von warmen Farben dominiert. Die Schlacht um Winterfell dagegen ist trist und kalt.

Bei der Schlacht um Meereen steht das Effektspektakel im Vordergrund. Und dieses enttäuscht ganz und gar nicht! Es ist unglaublich, was die CGI-Animatoren mit dem begrenzten Budget einer TV-Episode leisten können. Daenerys‘ Drachen sahen nie besser aus. Die Actionszenen, die das erste Drittel der Episode ausmachen, sind eine wahre Augenweide und machen einfach Spaß!

Ganz anders ist es bei der Schlacht um Winterfell, der titelgebenden Schlacht zwischen Jon Snow und Ramsay Bolton. Diese Schlacht ist dreckig, hässlich, brutal und nervenaufreibend. Hier wird die Spannung langsam aufgebaut, bis sie im Kampfgetümmel selbst an den Rand des Erträglichen getrieben wird. Die Zuschauer mögen zwar glauben, der Ausgang der Schlacht sei klar. Diese seien jedoch daran erinnert, dass dies Game of Thrones ist und die größten Schocker meistens in gerade dieser Episode der Staffel kommen. Demnach gibt es einige nervenaufreibende Sequenzen, die (im positiven Sinne) derart in die Länge gezogen sind, dass sie hart anzuschauen sind.

Auf technischer Seite gibt es auch im Winterfell-Segment einiges zu bestaunen: Besonders heraus sticht eine überwältigende Kampfsequenz mit Jon Snow, die gefühlt mehrere Minuten ohne Schnitt das Schlachtenchaos zeigt und welche dem Zuschauer den Mund offen stehen lässt. In Sachen Choreographie, Stuntarbeit und allgemeinen Produktionswerten stellt die Episode alles bisher dagewesene in den Schatten. Allerdings sollte nicht unerwähnt sein, dass die Schlacht einige Minuten mit starker Wackelkamera und schnellen Schnitten zeigt. In einigen Momenten ist dieses Stilelement durchaus effektiv, auf die Dauer wird es allerdings etwas anstrengend für die Augen, sodass sich der ein oder andere vielleicht eine etwas ruhigere Regie wünschen mag. Das Gefühl des Chaos, der Orientierungslosigkeit und der Unbedeutenheit einer einzelnen Person während einer Schlacht wird dadurch aber sehr gut eingefangen. Zeit für glorifizierenden Heroismus gibt es nämlich nicht.

Neben den großen Actionsequenzen kommen die Charaktermomente glücklicherweise nicht zu kurz. Das große Thema der Staffel, Frauen in starken Rollen und Führungspositionen, steht hier besonders im Vordergrund: Allen voran Sansa, welche eine wichtige Rolle in der Schlacht spielt und endlich einmal die Stimme der Vernunft gegenüber Jon sein darf, was einen schönen Kontrast zu ihrer Naivität in den ersten Staffeln darstellt.

Spoiler-Ecke

Wichtiges Ereignis der Woche:

Ramsay Bolton stirbt. Endlich. Und das auf äußerst brutale und gleichzeitig ironische Art. Dieser Sieg muss allerdings teuer erkauft werden. Rickon Stark wird von Ramsay getötet, um Jon zu provozieren und ihn zu unüberlegtem Handeln zu bewegen. Genau davor hatte ihn Sansa gewarnt. Ihr zufolge war Rickon schon längst tot, womit sie letztendlich recht behielt. Sansa bekommt in den letzten Sekunden der Folge ihre Rache, wenn sie dabei zusieht, wie Ramsay von seinen eigenen Hunden gefressen wird.

Ein weiteres Opfer der Episode ist der Riese Wun Wun, welcher bereits in der letzten Staffel für einige tolle Momente sorgte und auch in „Battle of the Bastards“ für tolle Unterhaltung sorgt. Sein Tod wird nur dadurch getröstet, dass Tormund knapp dem Tod entgeht. Die Hoffnungen auf eine Tormund und Brienne Reunion steigen!

Nicht unerwähnt bleiben sollte außerdem eine Szene, die mir fast den Atem geraubt hätte: In der Panik und dem Chaos der Schlacht fällt Jon Snow zu Boden und wird von seinen eigenen Leuten beinahe tot getrampelt. Diese Szene, in der Jon immer wieder versucht, auf die Beine zu kommen, während ihn Menschenmassen überrennen und er verzweifelt nach Luft ringt, wirkte derart klaustrophobisch und nervenaufreibend, dass es mich nicht wundern würde, wenn der ein oder andere Zuschauer selbst von dieser Panik ergriffen wurde.

 

Überraschung der Woche:

Daenerys verbündet sich mit Yara und Theon Greyjoy. Bedeutet das, dass sie endlich nach Westeros segelt? Wenn es nur so einfach wäre…

Was im Meereen-Segment besonders herausstach, war eine Unterhaltung zwischen Tyrion und Daenerys. Tyrion ermahnt sie, dass sie besonnen mit ihren Drachen umgehen solle, um nicht wie ihr Vater eine gewisse Affinität zum Verbrennen von Menschen zu bekommen. Dabei erwähnt er, dass der Verrückte König in ganz King’s Landing Wildfire versteckt habe und nennt dabei einige zentrale Orte. Zusammen mit den Anspielungen der letzten Episode ist es so gut wie offiziell: Nächste Woche wird King’s Landing brennen!

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Nach diesem überwältigenden Klimax sind wir gespannt auf das Finale der Staffel, „The Winds of Winter“. Da dieser Titel in der Welt von Game of Thrones einen sehr apokalyptischen Beigeschmack hat und der Episodentitel zugleich der Titel des nächsten Buches ist, setzt die Erwartungshaltung erneut sehr hoch.

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2 Gedanken zu „Jannik schaut Game of Thrones – Review S06E09 Battle of the Bastards (Schlacht der Bastarde)“

  1. Schöne Review.

    Ich mochte ja die Dramaturgie der Schlacht. Hatte irgendwie was von Wrestling. Der „Snow Brawl 2016“ mit Jon „The Bastard“ Snow gegen Ramsey „Mad Dog“ Bolton. Vom Smack Talk im Vorgeplänkel, über den unfairen Einsatz eines Stuhls aus dem Publikum um den Gegner wütend zu machen bis hin zum Tag-Team Takedown am Ende.

    Ich fand den Ausgang der Schlacht zwar sehr vorhersehbar, inklusive einiger Wendungen, aber eigentlich ist das hier völlig unwichtig. Es mag zwar Game of Thrones sein, aber mittlerweile weiß ich leider auch dort woher der Hase läuft.

    Letztendlich wurde es für mich aber so gut inszeniert, dass es eigentlich völlig egal ist wenn man sich das Ende schon denken kann. Daher dürfte die Episode auch bei der zweiten oder dritten Sichtung noch ähnlich gut funktionieren wie jetzt auch.

    Ich habe jedenfalls bis jetzt keine mittelalterliche Schlacht in dieser Intensität, dieser chaotischen Brutalität und unheroischen Art und Weise inszeniert gesehen. „Die Schlacht der Bastarde“ fühlte sich für mich in seiner Kompromislosigkeit jedenfalls mehr wie die Anfangssequenz in Saving Private Ryan an, als z.B. die Schlachtengemälde in Braveheart, Gladiator oder Der Patriot.

    Das ist eine immense Leistung. Gerade für eine TV-Serie. Respekt.

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