For The Love of Spock – Adam Nimoys Dokumentation über Vater und Kultfigur

Adam Nimoy (re.) auf einem Trip in die Vergangenheit seines Vaters und der Kultfigur Mr. Spock. (Quelle: © 455 Films)
Adam Nimoy (re.) auf einem Trip in die Vergangenheit seines Vaters und der Kultfigur Mr. Spock. (Quelle: © 455 Films)

For The Love Of Spock (dt. Aus Liebe zu Spock), eine Dokumentation über Star Treks Mr. Spock und dessen Darsteller Leonard Nimoy, gibt es seit kurzem auf iTunes zu leihen und zu kaufen. Regisseur Adam Nimoy geht darin auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise. Wir haben uns den Film angesehen.

Mehr als nur eine Spock-Dokumentation

Als Leonard Nimoy, der Darsteller der Star Trek-Kultfigur Mr. Spock, Anfang 2015 starb, war der Film For The Love Of Spock bereits in Arbeit. Adam Nimoy, Leonards Sohn, wollte ursprünglich lediglich der Figur, die seinen Vater berühmt gemacht hat, ein filmisches Denkmal setzen. Pünktlich zum 50. Geburtstag von Star Trek wollte Adam zusammen mit seinem Vater eine Dokumentation produzieren, die sich nur um die Figur von Spock, deren Entwicklung über fünf Dekaden und ihre kulturelle Bedeutung drehen sollte. Nach dem Tod Leonard Nimoys war Regisseur Adam Nimoy klar, dass neben der Geschichte von Spock auch noch das Leben seines Vaters im Zentrum der angedachten Dokumentation stehen würde. Das Resultat kann sich sehen lassen.

© 455 Films
Adam Nimoys Film dreht sich um die Figur Spock und seinen Schauspieler Leonard Nimoy (Quelle: © 455 Films)

Großwerden im Schatten von Spock

Das Ergebnis ist deshalb auch persönlicher geworden, als der Titel es erahnen lässt. In For The Love Of Spock verarbeitet Adam Nimoy vor allem seine persönliche und mit Problemen behaftete Geschichte mit seinem Vater. Er beschreibt, wie die öffentliche Aufmerksamkeit seine Familie während der Produktion von Star Trek geehrt, aber auch belastet hat. Adam Nimoy stellt sich dabei aber nie ins Zentrum des Films, sondern beschreibt lediglich, wie er seinen Vater in diesen Jahren wahrgenommen und wie ihn die Rolle von Mr. Spock auch verändert hat. For The Love Of Spock beinhaltet natürlich auch amüsante und kuriose, aber auch traurigen Anekdoten aus der Karriere von Leonard Nimoy.

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Adam Nimoy (li.) besucht seinen Vater während der Dreharbeiten der klassischen Serie auf der Brücke der USS Enterprise (Quelle: © 455 Films)

Biografisch oberflächlich aber emotional

Dabei stellt Adam Nimoy nicht nur die positiven Seiten seines Vaters dar, sondern setzt sich auch mit den weniger schönen Seiten dessen Lebens auseinander. Der Film geht dabei nie sehr in die Tiefe, schafft es aber trotzdem, den Menschen Leonard Nimoy näher zu beleuchten. Wer eine detaillierte und ausführliche Biografie des Spock-Darstellers von diesem Film erwartet, wird enttäuscht werden, und sollte sich stattdessen lieber in Buchform über das Leben Nimoys informieren. Ich empfehle in diesem Fall die beiden Bücher I am Spock und I am not Spock von Leonard Nimoy selbst oder Leonard: My Fifty-Year Friendship with a Remarkable Man von William Shatner.

Trotzdem gelingt es Adam Nimoy gerade durch die Darstellung des schwierigen Verhältnisses zu seinem Vater eine emotionale Tiefe im Film spürbar zu machen. Der Film ist daher deutlich mehr als nur eine Lobhudelei auf Leonard Nimoy, auch wenn sich natürlich Nimoys Weggefährten vor allem positiv über ihren Kollegen und Freund äußern — von William Shatner über George Takei bis hin zum neuen Spock-Darsteller Zachary Quinto und Reboot-Regisseur J.J. Abrams.

Bekannte Fakten neu verpackt

Gleichzeitig dokumentiert Adam Nimoy auf anschauliche Weise, wie die Evolution der Figur Mr. Spock vonstatten gegangen ist. Hierzu äußert sich Leonard Nimoy meist selbst. Mit Hilfe von Archivaufnahmen werden die verschiedenen Entwicklungsstufen des Vulkaniers erläutert und die Hintergründe vieler kleinerer Details der Figur offen gelegt. Hardcore-Fans dürften die meisten dieser Dinge zwar bekannt sein, aber wer mit der Entstehung von Star Trek nicht im Detail vertraut ist, bekommt allerlei interessante Einblicke in die Entwicklung einer ikonischen Figur geliefert.

Fazit

For The Love Of Spock ist sicherlich nicht die ultimative und allumfassende Dokumentation über Leonard Nimoy oder Spock, aber dafür eine, die emotional berührt und einen Blick auf den Menschen hinter der Fassage des emotionslosen Vulkaniers erlaubt. Star Trek-Fans oder Fans von Leonard Nimoy sollten auf jeden Fall einen Blick auf diese Dokumentation werfen. Auch Nicht-Fans oder Gelegenheitszuschauer von Star Trek können bei For The Love Of Spock sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Der Preis von 9,99 Euro für den Kauf der Dokumentation in HD oder 8,99 Euro in SD sowie 4,99 Euro (HD) bzw. 3,99 Euro (SD) für die digitale Leihe des Films sind jedenfalls nicht zu hoch.

For the Love of Spock gibt es im iTunes Store.

*Update* For the Love of Spock ist jetzt auch auf Netflix verfügbar.

Schundkritik hat übrigens auch den 50. Geburtstag von Star Trek gefeiert. Folge 14 des Schundcast, dem Podcast von Schundkritik, könnt ihr ebenfalls auf iTunes finden, in eurer Podcast-App oder direkt hier hören: Schundcast 014: Wie Star Trek begann – 50 Jahre Raumschiff Enterprise

 

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