Animagic 2016 – Ein Fest für Anime-Fans?

Schundkritik auf der Anime-Convention! Die Animagic ist mit etwa 5000+ Besuchern eine der größten, aber auch der teuersten in Deutschland. Ich war vor Ort und berichte euch was die Animagic zu bieten hatte und ob sich ein Besuch im nächsten Jahr lohnt.

Das Programm und Preise

Die Animagic findet jedes Jahr etwa im Juli/August in der Beethoven-Halle in Bonn statt – Dabei reserviert sie sich die Halle, aber auch das Außengelände – sprich die große Wiese – um die Halle herum. Seit einigen Jahren nun ist gerade die Wiese ein Grund zur Diskussion geworden. Ursprünglich war diese nämlich frei zugänglich, da aber viele Leute anreisten, ohne ein Ticket für die Halle zu kaufen, zog der Veranstalter einen Schlussstrich: Die Wiese ist nun umzäunt. Wenn ihr also beschließt die Animagic zu besuchen, müsst ihr euch entscheiden ob ihr lediglich auf die Wiese, oder auch in die Halle gehen möchtet. Der Veranstalter verlangt für beides Eintritt:

So kostet das Wiesenticket – welches es nur an der Tageskasse vor Ort gibt – 15 Euro und ein Ticket für Freitag und Samstag (nur in Kombination zu bekommen, aber auch die Wiese mit einschließend) satte 45 Euro. Damit zählt sich die Animagic vom Eintrittspreis her zu den teuersten ihrer Art. Erhältlich sind auch ein Drei-Tages Ticket für 64 Euro und ein Sonntagsticket für 31 Euro. Karten für die Halle sind in der Regel bis zu zwei Monate vor Beginn der Veranstaltung ausverkauft und sollten daher Online vorbestellt werden. Die Animagic wirbt für diesen Preis aber auch mit einem umfassendem Rahmenprogramm – wobei dieses Programm auch hier in Wiesen- und Hallenprogramm unterteilt ist. Dem Preis angepasst finden die Highlights aber natürlich im Innenbereich statt.

Außenbühne

Im Außenbereich befindet sich eine Bühne, auf der vor allem junge Amateurkünstler auftreten und mit Coverversionen alter Anime-Titelmelodien und Tanzeinlagen das Publikum bespaßen. Zudem gibt es einen Stand der Seite Dunkelsüß (http://dunkelsuess.de/site/), die sich mit Informationen und Verkaufständen rund um das Thema Lolita-Subkultur präsentiert. Für das leibliche Wohl wurde gesorgt mit Burgern und – ganz dem japanischen Thema der Convention entsprechend – Sushi. Das Außengelände zeigte sich ansonsten jedoch eher als Treffpunkt und Sammelstelle unter der Sonne.

Der Innenbereich hatte einen eigenen kleinen Kinosaal in dem nicht nur Animes (z.B. Blossom – Wild Dance of Kyoto) gezeigt wurden, sondern auch Panels stattfanden – so z.B. des Verlags Tokiopop, der nicht nur mit einem Q&A zur Verfügung stand, sondern zudem auch noch eine Mappenbesichtigung anbot, bei der sich junge Künstler über ihre Bewerbungschancen informieren konnten.

In der Halle des Foyers wurde ein Fan-Dub Workshop angeboten und Bands, die teilweise extra aus Japan angeflogen kamen (so z.B. eine Band namens Zwei), hielten dort ihre Signierstunde.

Außenbereich

Die Halle gestaltete sich aber vor allem als eine große Verkaufsfläche. Verschiedene Händler boten hier Figuren, Plüschtiere, T-shirts und Cosplay-Zubehör dar und füllten die meiste Fläche der Halle. Die Zeichenbedarf-Firma Copic und der Hersteller von Grafik-Tablets Wacom präsentierte sich hier jungen Künstlern. Es wurden Zeichenkurse beworben und selbst Flüge und Reiseveranstalter, die sich auf Japan spezialisiert hatten, fanden hier einen Platz.

Im hinteren Bereich der Halle fand sich außerdem ein Maid-Café – Sprich ein kleines Café, in dem man Kaffee und Kuchen von Mädchen in Dienstmagd-Uniform serviert bekommt.

Einige nationale und Internationale Mangaka, Anime-Produzenten und Spielefirmen hatten Q&A’s (Takaya Kagami & Yamato Yamamoto, Square Enix usw.) und gaben Autogramme. Außerdem fand ein Cosplay-Wettbewerb mit gesponserten Preisen statt.

Workshops

Wie jede Convention bot auch die Animagic verschiedene Workshops an, in denen sich die Besucher über unterschiedliche Themengebiete informieren konnten. Hier zeigt sich der größte Kritikpunkt der Veranstaltung. Üblich, auch für Anime-Conventions, sind ein breites Spektrum an Möglichkeiten was die Workshop-Gestaltung angeht. Doch gerade bei diesem Punkt schwächelt die Animagic stark. Alles was sich finden ließ war ein Fan-Dub-Workshop, sowie Zeichner-Crashkurse, die dazu auch noch von der Zeichenschule Hamburg geführt wurden mit dem Ziel neue Kunden anzuwerben.

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Händlerraum

 

Persönliches Fazit

Leider kann ich kaum ein gutes Wort über die diesjährige Animagic verlieren. Der Eintrittspreis ist nahezu unverschämt, wenn man bedenkt, dass man dafür bezahlt und weit anreist, um bloß Verkaufsstände und kaum Programm zu bekommen. Ich war sehr enttäuscht über den Innenbereich, der tatsächlich lediglich einen Händler nach dem anderen bot und die Händler sich dabei in ihren Waren kaum unterschieden.

Ich vermisste Fans die ihre Fanarts präsentieren und verkaufen konnten, sowie Selbstgebasteltes und Indie-Verläge – wie sie eigentlich üblicherweise zu finden sind. Gerne hätte ich mehr Workshops und Auftritte gesehen. Das Bühnenprogramm war fast ausnahmslos für Q&A’s oder Animes reserviert – Das kenne ich als jahrelanger Convention-Besucher auch anders.

Natürlich spielt bei Conventions vor allem das Cosplayen, Fotos machen und Freunde treffen eine große Rolle, aber ist es wirklich wert ein teures Ticket zu kaufen, wenn mir dafür nur Händler-Stände und ein mittelspannendes Bühnenprogramm geliefert werden?

Preis: 15 – 64 Euro (je nach Ticket)

Pro: Nette Atmosphäre, nette Leute, gute Auftritte der Künstler

Con: Zu viele Händler-Stände, zu wenig Bühnenprogramm

Nächste Animagic: 4.-6.August 2017. [Einmalig in Mannheim! Die Beethoven-Halle Bonn wird renoviert]

Webseite: https://animagic.animania.de/

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